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Projekt T ABA: Basisbildung am Arbeitsplatz

Worauf aufbauen, wenn die Basis fehlt?

Das BFI Österreich macht sich zur Aufgabe arbeitsmarktrelevante, zielgruppenorientierte und praxisbezogene Bildungsprodukte anzubieten und ständig weiterzuentwickeln. Um dies zu gewährleisten steht das BFI Tirol in ständigem Austausch mit anderen Bildungseinrichtungen, öffentlichen Auftraggebern und vor allem Unternehmen, um am Puls der Zeit zu bleiben.

Dieser Austausch und die Erfahrung der letzten Jahre zeigten deutlich, vor welchen Herausforderungen Betriebe und Arbeitnehmende stehen. Neben der Beschleunigung des technischen Fortschritts und der zunehmenden Digitalisierung in den unterschiedlichsten Segmenten des Arbeitsmarktes, sind Personalverantwortliche in erster Linie mit den dafür notwendigen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter konfrontiert.

Vor allem langjährige, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten aufgrund ihrer Erfahrung bis dato auch mit mangelnden Grundkompetenzen in den Bereichen der Sprache, der Schrift, des Leseverständnisses oder des mathematischen Verständnisses eine sehr gute Arbeit leisten. Durch fortschreitende technische Entwicklungen und der Digitalisierung in vielen Arbeitsbereichen stellen diese mangelnden Kenntnisse jedoch ein großes Hemmnis dar. Um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben, greifen hier reine Einschulungen in neue Geräte, EDV-Systeme oder Arbeitsabläufe zu kurz.

Bis dato fehlt den Betrieben ein Instrument, mit dem sie dieser Situation begegnen können. Interne Ausbildner sind hauptsächlich Fachexperten für spezifische Anforderungen im Unternehmen. In der Vermittlung von Basiskompetenzen, wie sinnerfassendes Lesen oder mathematisches Verständnis, fehlt ihnen jedoch das notwendige Rüstzeug.

Was leistet arbeitsplatzbezogene Basisbildung? 

Hier setzt die Arbeitsplatzbezogene Basisbildung an. Sie trägt dazu bei, das Know-how langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu nutzen und diese bei Schwierigkeiten im Arbeitsalltag zu stärken, um sie so für die Herausforderungen in Bezug auf den technischen Fortschritt zu rüsten. Im Rahmen der arbeitsplatzbezogenen Basisbildung wird auf konkrete berufliche Anforderungsprofile eingegangen und die Erwartungen des Betriebes bezogen auf konkrete Arbeitsplatzerfordernisse und damit verbundene Basiskompetenzen berücksichtigt. Vorhandene Kompetenzen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden analysiert und in Abstimmung mit ihnen und gemeinsam mit Vorgesetzten Lernziele definiert. 

Bei der Arbeitsplatzbezogenen Basisbildung geht es nicht um Schulungen an neuen Geräten oder die Einschulung in neue Arbeitsabläufe. Die den Tätigkeiten zugrundeliegenden Kompetenzen werden gestärkt, um so ein besseres Verständnis für die jeweilige Tätigkeit zu erlangen, die Flexibilität in Bezug auf Erneuerungen zu erhalten und die Arbeitsplatzsicherheit zu maximieren. 

Kostenlose Ausbildung im Projekt T ABA

Das BFI Tirol setzte gemeinsam mit den BFI Landesstellen Oberösterreich und Kärnten das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung finanzierte Projekt T ABA um. Im Zuge dieses innovativen Projekts wurde ein Trainer/-innenlehrgang für Basisbildung am Arbeitsplatz konzipiert, mit zwei Pilotlehrgängen pilotiert und professionell vom IBE (Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung) evaluiert. Vor Kurzem endete der zweite Pilotlehrgang in Klagenfurt.

Ziel dieser beiden im Rahmen des ESF-Projekts durchgeführten Pilotlehrgänge in Oberösterreich/Tirol und Kärnten war es Trainerinnen und Trainer auszubilden, die berufsspezifische Basisbildung sowohl in Kooperation mit Firmen direkt in Unternehmen oder in Einrichtungen der beruflichen Erwachsenenbildung durchführen können. Insgesamt wurden 32 Personen in ganz Österreich ausgebildet. 

Noch geringe Bekanntheit bei Unternehmen

Vor allem in der Praxisphase konnten sich die am Lehrgang Teilnehmenden ein gutes Bild davon machen, inwieweit Unternehmen und Betriebe bereit sind, betriebsfremde Personen in ihr Unternehmen zu lassen, um mit ihnen Personalangelegenheiten und betriebliche Abläufe zu analysieren, diskutieren und daraus ein Angebot mit und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Basisbildungsbedarf zu gestalten. Es zeigte sich, dass die Unternehmen sehr interessiert daran sind, ein Angebot zu schaffen, das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie dem Unternehmen langfristig nützt. 

Dadurch, dass Arbeitsplatzbezogene Basisbildung als solche jedoch noch recht unbekannt ist und aufgrund mangelnder Finanzierung noch keine Umsetzungsprojekte vorgewiesen werden können, ist die Reaktion auf ein solches Angebot seitens der Firmen jedoch noch sehr verhalten. Um Unternehmen für das Thema der Arbeitsplatzbezogenen Basisbildung weiter zu sensibilisieren, hoffen die ausgebildeten Trainerinnen und Trainer dieses innovativen Lehrgangs auf weitere Fördergelder, um somit ihr erlangtes Know-how im Rahmen von konkreten Referenzprojekten in die Betriebe zu bringen. 

Kontakt

Mag. Margit Kerschbaumer, MSc
Leitung Abteilung EU-Projekte
BFI Tirol Bildungs GmbH
Ing.-Etzel-Straße 7, 6020 Innsbruck
Tel. +43 512 59660 233
margit.kerschbaumer@bfi-tirol.at 

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