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Praxiseinsatz Schriftdolmetscherinnen in Südtirol

Das BFI Tirol bietet seit dem Vorjahr als einziger Anbieter in Westösterreich die Ausbildung zum/zur Schriftdolmetscher/-in an. Dieses neue Ausbildungsangebot ist vor allem deshalb so wichtig, da es in Tirol aktuell keine praktizierenden zertifizierten Schriftdolmetscher/-innen gibt. Für die Partizipation von Menschen mit Hörbehinderungen ist dies jedoch eine wesentliche Grundvoraussetzung. Österreich hat die UN-Behindertenrechtskonvention unterzeichnet und hat daher die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen zu fördern, zu schützen und zu gewährleisten. In Hinblick auf die berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung gilt: Die Leistung von Schriftdolmetscherinnen ist förderfähig, sofern diese eine vom Sozialministeriumservice anerkannte, zertifizierte Ausbildung absolviert haben. Für den privaten Einsatz kann eine Förderung des Landes Tirol in Anspruch genommen werden.

Das Sammeln von praktischen Erfahrungen ist ein wesentlicher Bestandteil des Lehrgangs am BFI Tirol. Neben der Belegung von Praktika ist auch ein Echteinsatz für die Teilnehmerinnen vorgesehen. Der zuständigen Fachleitung Evelin Kammerer ist es gelungen, diesen Einsatz im Rahmen der jährlich in Bozen stattfindenden öffentlichen Sitzung des Südtiroler Monitoringausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderung zu organisieren. Der Monitorinausschuss setzt sich für die Umsetzung der UN-Konvention und die Rechte von Menschen mit Behinderungen ein. Die Teilnehmerinnen aus Tirol und Vorarlberg reisten gemeinsam mit der Lehrgangsleiterin Daniela Eichmeyer an, um die diesjährige Sitzung zum Thema "Selbstbestimmtes Wohnen für Menschen mit Behinderung" als Schriftdolmetscherinnen zu begleiten.

"Wir freuen uns, dass unsere Teilnehmerinnen ihre Expertise bei dieser wichtigen Veranstaltung in Südtirol einbringen konnten. Die Leistungen waren beeindruckend, "betonte BFI Tirol Geschäftsführerin Karin Klocker, die nach Bozen mitgereist war. Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher war Gast der Veranstaltung und würdigte die Arbeit der Dolmetscherinnen.

Die Schriftdolmetscherinnen arbeiteten mit Laptops, auf denen sie simultan das gesprochene Wort ins Schriftliche übersetzten. Das geschriebene Wort erscheint auf Bildschirmen zum Mitlesen für Hörgeschädigte und Gehörlose. Sowohl die interne als auch die öffentliche Sitzung des Südtiroler Monitoringausschusses wurden begleitet, um den Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Mitlesen der Wortbeiträge zu ermöglichen.


Informationen zum Lehrgang am BFI Tirol

Erstmals startete im Vorjahr am BFI Tirol ein Ausbildungslehrgang zum Schriftdolmetscher in Westösterreich. Nach einer Entwicklungszeit von zwei Jahren konnte ein Curriculum und ein professionelles Expertenteam präsentiert werden, das die für die Ausbildung notwendige Akkreditierung vom Sozialministeriumservice erhielt.

Der Lehrgang wurde gemeinsam mit dem Kooperationspartner Verein v-OHR-laut entwickelt und reagiert auf aktuellste Entwicklungen. So erlernen unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer am BFI Tirol als Erste in Österreich bereits in der Grundausbildung mit der Methode der Spracherkennung im Schriftdolmetschen zu arbeiten. Die Ausbildung von Schriftdolmetscher/-innen fördert gleichzeitig die Inklusion für Menschen mit Hörbehinderung und schafft Arbeitsplätze.

(v.l.) Die Teilnehmerinnen des Lehrgangs Schriftdolmetscher bei Ihrem Praxiseinsatz in Bozen (Bildnachweis: BFI Tirol)
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