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Welche Fähigkeiten braucht die Zukunft?

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Eine aktuelle Studie der Industriellenvereinigung zeigt Trends auf, welche Fähigkeiten in der Wirtschaft gesucht sind bzw. künftig an Bedeutung gewinnen werden. Waren in den letzten Jahren vor allem Hochschulabgänger gefragt, so scheint sich ein Wandel abzuzeichnen. Für die kommenden Jahre werden neben den Akademikern vor allem Fachkräfte und Lehrlinge gesucht. Der Bedarf an Hilfskräften und gering Qualifizierten wird jedoch mehr und mehr abnehmen. 

Auch die Unternehmensbereiche mit dem größten Bedarf wurden erhoben. Dabei bestätigten sich großteils die bereits bisher wichtigsten Einsatzbereiche. Ausgebaut werden sollen in erster Linie die Abteilungen Technik und Produktion, Forschung und Entwicklung sowie der Bereich Verkauf und Marketing. 


Zunehmende Komplexität

Um ein Stimmungsbild abzuholen, wurden einige Statements, die die Arbeitswelt charakterisieren, abgefragt. Hier einige Kernaussagen mit der breitesten Zustimmung:

 

  • Die Wissensintensität für die meisten Berufe nimmt zu
  • Die Halbwertszeit von Wissen verkürzt sich in den meisten Berufen
  • Man muss zunehmend komplexere Arbeitsinhalte beherrschen
  • Facharbeiter mit Lehrabschluss werden auch zukünftig den Kern der Beschäftigen in der Produktion stellen
  • Soft Skills werden wichtiger für die Ausübung der Tätigkeiten und auch als Rekrutierungskriterium

 

Dies unterstreicht das Bild, dass nicht nur eine fundierte Ausbildung relevant ist, sondern vor allem auch die laufende Weiterbildung für die Anforderungen am Arbeitsplatz an Bedeutung und Dynamik gewinnt.


Anforderungen der Zukunft

Doch nicht immer sind im Rahmen der Personalsuche die benötigen Kompetenzen am Arbeitsmarkt verfügbar. Die größten Schwierigkeiten bei der Rekrutierung haben Unternehmen bei technischen bzw. den sogenannten MINT-Berufen - gaben 83 Prozent der Befragten an. MINT steht als Abkürzung für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Dann folgen die Themen Management/Führungskräfte (28 Prozent) und wirtschaftliche bzw. kaufmännische Berufe, wo es Probleme bei der Rekrutierung von kompetenten Fachkräften gab.

Welche Anforderungen an die Mitarbeiter bzw. Bewerber werden künftig stärker gefordert? Auch dazu gibt diese Studie Antworten. Die Ergebnisse zeigten eine Mischung aus Soft Skills und Fachkenntnissen. An erster Stelle steht die Lern- und Weiterbildungsbereitschaft - ein Befund, der sich mit den zuvor erhobenen Ergebnissen deckt. Besonders gefragt sind künftig auch Englischkenntnisse sowie Kreativität bzw. die Entwicklung neuer Ideen.

Viele Unternehmen fordern eine praktische Anwendung von fachspezifischem Wissen und eine Bereitschaft zur Übernahme neuer Aufgaben. Das heißt, dass neben der fachlichen Qualifikation den Arbeitnehmern zunehmend mehr inhaltliche Flexibilität abverlangt wird. Übernommene Aufgaben und Inhalte in einer Firma werden sich zunehmend schneller ändern bzw. weiterentwickeln. Einen besonders hohen Stellenwert wird auf dem Bereich der Qualitätssicherung eingeräumt. Wenig überraschend ist, dass die fachliche Kombination von Technik und IT weiter an Bedeutung gewinnt. 

Die Unternehmen wurden auch gefragt, in welchen Bereichen Qualifizierungsdefizite festgestellt werden, um für das Thema Industrie 4.0 gerüstet zu sein. Der größte Qualifizierungsbedarf besteht in der Technik und Produktion, gefolgt von Forschung und Entwicklung sowie bei Verkauf und Marketing.


Kreative Digitalisierung

Eine interessante Sicht auf den Umgang mit neuen Technologien zeigt Matthias Horx, der bekannte deutsche Zukunftsforscher, auf. Er zeichnet nicht das übliche Bild von Beschleunigung und Automatisierung in der Arbeitswelt durch Industrie 4.0, welches oft mit dem Schreckgespenst "Abbau von Arbeitsplätzen" untermauert wird. In der Trendstudie "Digitale Erleuchtung" seines Zukunftsinstituts hält er der aktuellen Diskussion um die Digitalisierung den Spiegel vor. Einerseits enttarnt er den aktuellen Hype als "nichts Neues", denn seit rund 40 Jahren werden Unternehmen durch neue Computer-Hard- und Software sowie neue Technologien laufend verändert. Auch das Internet hat schon bessere Zeiten gesehen: Fast täglich liest man von Hasspostings, Datenklau oder im Netz verbreiteten Fake News. Die ersten Anleitungen über den korrekten "Internetentzug" sind bereits Bestseller. Die Dauer, die Nutzer in sozialen Netzwerken verbringen, sinkt seit 2015. Auch Apps verlieren stark an Attraktivität.


Chance durch Industrie 4.0

Wie können nun Unternehmen von diesen Entwicklungen profitieren? Zuerst gilt von der Prämisse Abschied zu nehmen, dass Digitalisierung vor allem Rationalisierung bedeutet.  Digitalisierung darf man nicht als rein technischen Prozess verstehen. Sie sollte primär neue Nutzen für die Kunden und den Markt stiften. Der Fokus auf Individualisierung und Effizienz ist gut, aber auch das birgt Gefahren - nicht nur bei Technologien, wie den selbstfahrenden Autos. Wir verlieren zusehends an Autonomie, wenn wir ständig - beispielsweise auch mobil und über soziale Netzwerke - über Produkte und Dienstleistungen informiert und zur Bestellung mittels Klick animiert werden. Digitale Assistenten wie Siri oder Alexa sind hilfreich aber verführerisch. Die Flut an persönlichen Daten, die man Preis gibt, sind Basis für neue Monopole großer Internetfirmen wie Apple und Amazon. 

Auch das schlichte Überstülpen eines digitalen Kleids über ein bestehendes Geschäftsmodell bietet keinen Mehrwert - weder für Kunden noch für die Unternehmen. Oft wird der Deckmantel Digitalisierung nur als Marketinginstrument genutzt, um zu Althergebrachtem etwas Neues zu transportieren. 

Die zunehmende Vernetzung bietet Chancen, aber nur wenn Sie für Menschen, ihre Bedürfnisse und Beziehungen entwickelt werden - weg von rein finanziellem Denken. "Kreative Digitalisierung bedeutet, dass einem gewachsenen System nicht etwas entzogen oder dass es lediglich beschleunigt wird. Es muss eine neue Dimension - ein neuer Nutzen, eine neue Qualität - hinzugefügt werden", fordert Matthias Horx. Dieses Verständnis von Digitalisierung würde auch viele Arbeitsplätze schaffen statt abzubauen. (dia)

Info - www.zukunftsinstitut.at

 

 



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